Skip to Content

Vor- und Nachteile von Atomkraftwerken

Die Diskussionen über verschiedene Möglichkeiten zur Eindämmung der globalen Erwärmung (Klimawandel) haben auch überraschenderweise wieder Diskussionen über Vorteile und Nachteile des Einsatzes von Atomenergie ausgelöst. Nachstehend deshalb ein kurze Zusammenfassung der Argumente:

 

Vorteile der atomaren Erzeugung von Strom:

  • Die Stromproduktion verursacht relativ wenig Kohlendioxid (CO2), sie trägt also wenig zum Klimawandel bei.
  • Die Technologie ist verfügbar, d.h. sie braucht nicht erst entwickelt zu werden.
  • Es können auch grosse Leistungen erzeugt werden.

 

Nachteile des Einsatzes von Atomenergie:

  • Das Abfallproblem ist nach wie vor ungelöst. Der entstehende Abfall ist sehr gefährlich und muss während mehreren hunderttausend Jahren gehütet werden.
  • Obwohl Unfälle wegen den hohen Sicherheitsmassnahmen eine geringe Wahrscheinlichkeit aufweisen, können diese nie vollständig ausgeschlossen werden. Eine 100%-ige Sicherheit ist technisch nicht möglich. Die Folgen eines Unfalls wären absolut verheerend für Mensch und Natur. (Hier finden Sie Beispiele von Unfällen und Pannen in Atomkraftwerken). Je mehr Atomanlagen gebaut werden, desto grösser wird automatisch die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo auf der Welt ein schwerer Unfall passiert.
  • Die Nuklearanlagen selbst, aber auch der entstehende radioaktive Abfall, können bevorzugte Ziele terroristischer Aktivitäten sein. Weltweit könnte kein AKW einem Angriff wie 9/11 in New York widerstehen. Ein solcher Anschlag auf eine Atomkraftanlage hätte weltweit katastrophale Folgen.
  • Radioaktives Material, welches beim Betrieb der AKW's entsteht, kann für den Bau von Atombomben eingesetzt werden.
  • Als Energiequelle in Atomanlagen wird Uran eingesetzt. Uran ist aber selbst eine knappe Ressource, je nach Höhe der Nachfrage wird der Vorrat nur noch für etwa 30 bis 60 Jahre reichen.
  • Für Bewilligungen, Planung und Bau eines neuen AKW's muss in westlichen Demokratien mit einem Zeitraum von 20 bis 30 Jahren gerechnet werden. Mit anderen Worten: Neue Anlagen sind kurzfristig nicht realisierbar.

Nachhaltigkeit: Sind Atomkraftanlagen nachhaltig?

Nuklearenergie ist aus mehreren Gründen nicht "grün" bzw. nicht nachhaltig:

  • Die atomaren Abfälle aus unseren Anlagen und die ausrangierten Anlagen selbst stellen eine schwere Hypothek für Tausende von kommenden Generationen dar. Wenn sich zukünftige Generationen um die Abfälle aus unserer Zeit kümmern müssen, widerspricht dies dem Gedanken der Nachhaltigkeit in geradezu krasser Art und Weise.
  • Uran, der Treibstoff für Atomkraftwerke, ist nur in relativ geringen Mengen vorhanden. Uran wird in Atomkraftanlagen "verbraucht" (umgewandelt) und steht danach künftigen Generationen nicht mehr zur Verfügung.

Aus den Nachteilen der Atomenergie wird klar, dass nukleare Stromerzeugung keine Lösung sein kann,
sondern im Gegenteil die Ursache von vielen weiteren Problemen ist.

Wir dürfen nicht länger die Augen vor den Folgen unseres Daseins auf der Erde verschliessen. Neben moralischen, ethischen und spirituellen Gründen, sollten wir schon aus reinem Überlebenswillen konsequent einen nachhaltigen Lebensstil verfolgen und bei uns persönlich realisieren. Es ist (höchste) Zeit für eine Energiewende: Wendezeit!

 

Das Interesse der Energie-Industrie

Die Energie-Industrie ist sich der vielen Nachteile der atomaren Stromproduktion in der Regel bewusst. Ihre gegenwärtige intensive Lobby-Arbeit hat deshalb in erster Linie zum Ziel, die Betriebsbewilligungen für bestehende Kernkraftanlagen zu verlängern. Da die Anlagekosten im Rahmen der vorgesehenen Betriebszeit abgeschrieben werden, wäre eine Verlängerung der Betriebszeit bestehender AKW's für die Betreiber finanziell extrem lukrativ - ein richtiger Goldesel.
In Bezug auf Sicherheit kann dies aber höchst bedenklich sein, weil die Anlagen ja von Anfang an nur für die vorgesehene Lebensdauer geplant und gebaut worden sind und technische Geräte gegen das Ende ihrer Lebensdauer immer störanfälliger werden.