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Klimawandel: EU-Bürger befürworten die Klimaschutz-Ziele der EU

Die europäischen Bürger halten den Klimawandel für ein großes Problem und sind bereit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Mehrzahl der europäischen Bürger hält die Ziele der EU zur Senkung der Treibhausgasemissionen und zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien bis 2020 für im Großen und Ganzen richtig oder sogar für nicht ehrgeizig genug. Viele Bürger sind jedoch der Meinung, dass sie über den Klimawandel und die Möglichkeiten des Klimaschutzes schlecht informiert sind. Dies sind die wichtigsten Schlussfolgerungen aus einer vom Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen und am 9. September 2008 veröffentlichten Umfrage über die Einstellung der Öffentlichkeit zum Klimawandel.

„Dass viele europäische Bürger erklären, sie seien schlecht informiert, insbesondere was die Möglichkeiten angeht, selbst etwas zu tun, zeigt, dass wir über Initiativen und Maßnahmen nachdenken müssen, um solche Informationen vor allem unter den am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen besser zu verbreiten. Hier kommt den regionalen und kommunalen Behörden eine entscheidende Aufgabe zu", erklärte Guido Sacconi, Vorsitzender des Nichtständigen Ausschusses des Europäischen Parlaments zum Klimawandel.

Margot Wallström, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, erklärte: „Solche Umfragen sind ein wichtiger Teil unserer Entscheidungsfindung. Es ist beeindruckend, dass die europäischen Bürger das Problem des Klimawandels so ernst nehmen, und dies bestärkt uns in der Überzeugung, dass die EU in diesem Bereich dauerhafte und kohärente Maßnahmen ergreifen muss."

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas ergänzte: „Dies zeigt, dass die Mehrheit der europäischen Bürger die Ziele der EU unterstützt oder sogar noch mehr tun will. Jetzt müssen das Europäische Parlament und der Rat den Vorschlägen der Kommission zu Klimaschmutz und erneuerbaren Energien vom Januar zustimmen, damit Europa diesen Zielen in vollem Umfang gerecht werden kann und die Erwartungen der Bürger erfüllt."

 

Die Mehrheit hält das Klimaproblem für lösbar

Der Umfrage zufolge nehmen drei Viertel aller Bürger den Klimawandel sehr ernst. Insgesamt halten 62 % der Befragten den Klimawandel für eines der beiden größten Probleme, vor denen die Welt heute steht. Nur die Armut wurde mit 68 % als noch gravierender eingestuft. Aber auch wenn die europäischen Bürger die Tragweite des Klimawandels in großem Umfang erkennen, so halten ihn doch die meisten (60 %) nicht für unaufhaltsam und für behebbar. Eine klare Mehrheit von 56 % ist außerdem der Meinung, dass sich der Klimaschutz positiv auf die Wirtschaft auswirken kann.

Eine deutliche Mehrheit der europäischen Bürger hält die Ziele der EU in Bezug auf die Verringerung der Treibhausgase für mehr oder weniger angemessen oder für nicht ehrgeizig genug. Die drei Ziele, die führende EU-Politiker letztes Jahr für 2020 gesteckt haben, sind: Senkung der Treibhausgasemissionen auf 20 % unter die Menge von 1990 bzw. Senkung auf 30 % unter diese Menge, wenn andere Industrieländer sich zu vergleichbaren Reduktionen verpflichten, und Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 20 %. Diese Ziele wurden von 68 %, 61 % bzw. 69 % der Befragten als weitgehend angemessen oder als nicht ehrgeizig genug eingestuft.

 

Fehlende Informationen

Mehr als die Hälfte der Befragten sind der Meinung, dass sie über die Ursachen (56 %) und die Folgen (56 %) des Klimawandels sowie die Möglichkeiten für seine Eindämmung (52 %) genug wissen. Ein erheblicher Teil (mehr als 40 %) hält sich jedoch weiterhin für schlecht informiert. Diese Informationslücken werden auch als ein wichtiger Grund genannt, weshalb nichts für den Klimaschutz unternommen werde.

 

Maßnahmen zum Klimaschutz

Nach Meinung der europäischen Bürger tun die Wirtschaft (76 %), die Bürger selbst (67 %), die Regierungen (64 %) und die EU (58 %) nicht genug für den Klimaschutz.

Eine deutliche Mehrheit (61 %) erklärte, selbst etwas für den Klimaschutz getan zu haben. Diese Maßnahmen, wie etwa Mülltrennung oder Senkung des Verbrauchs von Energie, Wasser oder Wegwerfprodukten, sind allerdings mit wenig persönlichem oder finanziellem Aufwand verbunden. Als Hauptgrund für den mangelnden Beitrag zum Klimaschutz gaben die Befragten an, Staat und Wirtschaft sollten ihr Verhalten ändern. Etwa 44 % der Befragten erklärten, sie seien bereit, mehr für Strom zu zahlen, wenn dieser aus klimaverträglicheren Quellen stammt; 30 % erklärten sich dazu nicht bereit und 26 % machten hierzu keine Angaben.

 

Hintergrund

Diese Umfrage wurde vom Europäischen Parlament und von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben. Für die Umfrage, die im März und April 2008 stattfand, wurden 30 170 Bürger in den 27 EU-Mitgliedstaaten, den drei Kandidatenländern (Kroatien, Türkei und ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien) und der türkischen Gemeinschaft Zyperns befragt.

Weitere Informationen:

Der vollständige Bericht ist in Englisch abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/public_opinion/index_en.htm