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Die Spielregeln des Systems befolgen

Die vorherige Diskussion ruft nach der Frage, wer dieses Gesetz denn durchsetzt, wenn dies nicht die Menschen durch­setzen «dürfen» oder müssen. Wer massregelt die «Übeltäter»? Diese Frage ist um so interessanter, weil wir alle dieses Gesetz vermut­lich mehrmals täglich verletzen. Lassen wir die Frage nach dem Richter einmal offen und betrachten wir was passiert, wenn ein Wesen dieses Gesetz verletzt:

Bei der Betrachtung der Bedürfnisse der Menschen haben wir gesehen, dass wir zuerst die Sicherung der physischen Existenz anstreben und als höchste Stufe jeweils das totale Glück, Selbsterfüllung, Harmonie und Friede mit uns selbst suchen - oder wie man das höchste aller Ziele immer nennen mag. Wir können wohl davon ausgehen, dass eine analoge Bedürfnis­hierarchie auch bei Tieren und Pflanzen besteht, sie also eben­falls einem Zustand der totalen Erfüllung zustreben.

Nun kommt eine ganz entscheidende Überlegung: Nehmen wir an, wir befinden uns in einem System, wo gewisse Regeln gel­ten, welche wir nicht verändern können. Wir können dieses System auch nicht verlassen, sondern wir sind einfach drin in diesem System.

Wie kann ich mich innerhalb eines solchen Systems wohl fühlen? Indem ich die Regeln befolge oder indem ich mich gegen diese Regeln - die ich ja nicht verändern kann - sträube? Natürlich werde ich mich in diesem System nur wohl fühlen können, wenn ich seine unumstösslichen Regeln möglichst konsequent befolge1. Wenn ich diese Regeln akzeptiere, wenn ich «mitmache».

Dies macht wirklich Sinn, denn wir haben ja vorausgesetzt, dass wir die Regeln nicht ändern können. Weshalb also gegen etwas ankämpfen, was wir nicht ändern können? Betrachten wir dies anhand von 2 Beispielen:

  • Wenn ich mich im «System Wasser» als Mensch wohl fühlen will, muss ich mich wohl oder übel an die Regeln des Was­sers halten. Es steht mir frei zu behaupten: «Ich kann auch unter Wasser atmen, ich brauche nicht schwimmen zu ler­nen.» Wenn ich das Wasser tatsächlich einatme, wird mich der darauf­folgende Husten früher oder später zur Einsicht kommen lassen, dass ich mich gewissen Gesetzmässigkeiten unterordnen muss. Ich muss dies einfach akzeptieren und kann zum Beispiel schwimmen lernen, dann wird es mir im System Wasser viel besser gehen!
  • Nehmen wir als nächstes Beispiel an, ich möchte beim Fuss­ballspiel Freude und Erfüllung finden. Halte ich mich an die Regeln des Fussballs, ist dies möglich. Verletze ich hingegen diese Regeln, werde ich vom Schiedsrichter früher oder später zurückgepfiffen, vielleicht sogar vom Platz gewiesen.

Weitere Beispiele könnten leicht aufgezählt werden. Es ist des­halb recht offensichtlich, dass man die entsprechenden Regeln befol­gen muss, wenn sich jemand in einem bestimmten System wohl­fühlen möchte.

Ganz analog verhält es sich auf globaler Stufe mit den Grund­rechten des Seins: Wenn wir uns auf der Erde wohlfühlen wollen - wenn wir hier dauernd Harmonie und Gelassenheit, Friede und Glück erlangen wollen, müssen wir uns an die Regeln halten. Je besser wir diese Regeln beachten, desto näher befinden wir uns bereits an unserem Ziel.

Dies führt uns möglicherweise zurück zur ursprünglichen Frage, ob die Grundrechte des Seins tatsächlich gelten. Wie bereits mehr­fach erwähnt: Dies müssen Sie für sich persönlich mit Hilfe Ihrer Intuition entscheiden.

Wir können uns auch fragen, ob das unserem System Erde zugrundeliegende Gesetz von uns Menschen zum Beispiel zu unseren Gunsten verändert werden könne. Dazu eine kurzer Gedankenanstoss:

Die einem System zugrundeliegenden Regeln werden jeweils von dem oder denen aufgestellt, welche das System gründen bzw. ins Leben rufen. Wer auch immer das System Erde geschaffen hat - wir Menschen waren es sicher nicht, wir sind erst sehr spät dazu­gekommen! Es wäre deshalb ziemlich eigen­artig zu glauben, dass wir Menschen die Regeln zur Grundlage des Systems Erde verän­dern könnten.

Gemessen am Alter der Erde und der Natur entspricht der Mensch einem Baby, welches noch in den Windeln steckt. Vielleicht ist dieser Vergleich gar nicht so schlecht: Wer Kinder grossgezogen hat, wird sich bestimmt daran erinnern, dass die Kinder der Familie ebenfalls die Regeln des Zusammenseins diktieren wollen. Im Rahmen der Erziehung zwingen wir sie aber dazu, sich an die bereits bestehenden Spielregeln zu halten: Man isst aus einem Teller, benützt Gabel und Messer, zieht sich ordentlich an, wenn man aus dem Hause geht, usw. Vielleicht wäre deshalb jetzt der richtige Zeitpunkt für uns Menschen gekommen, die Spielregeln im System Erde - die Grundrechte des Seins - zu akzeptieren und nicht mehr wie ein Kind erfolglos zu versuchen, dem System unsere eigenen Regeln zu diktieren.

Wer dennoch unerschütterlich daran glaubt, dass die Men­schen die Grundlage des Seins auf der Erde bestimmen oder verändern können, muss zumindest zugeben, dass sich unser Wirken auf der Erde global gesehen bisher nicht sehr positiv ausgewirkt hat. Die Zeichen deuten eher auf zunehmende Probleme in der Zukunft hin: Umweltkatastrophen, Vulkanausbrüche, Erdbeben, Sturm­winde, usw. haben wir bisher ebenso wenig eingedämmt wie Seuchen, Krankheiten, Hungersnöte und Kriege. Im Gegenteil, vieles scheint eher schlimmer zu werden!

 


1) Mit den einzuhaltenden Regeln sind die unumstösslichen Regeln gemeint, welche die Grundlage des betrachteten Systems bilden und von allen Bewohnern eingehalten werden müssen: Beim System Erde sind dies die Grundrechte des Seins und die davon abgeleiteten Gesetze. Dies darf keinesfalls mit dem Einhalten von Gesetzen verwechselt werden, welche der Mensch aufgestellt hat. Diese haben wir ja selbst aufgestellt, wir können sie demzufolge auch jederzeit ändern.