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Wie stark strahlt ein Handy?

Wie stark strahlt ein Handy? Wie kann man die Handy-Strahlung verringern oder wie kann man selbst der Strahlung seines Handys ausweichen?

Wir wollen hier bewusst nur die Strahlung unserer Handys betrachten und die zwingend damit verbundene Strahlung der Mobilfunk-Masten aussen vor lassen. Denn die Bestrahlung durch unsere eigenen Handys können wir im Gegensatz zur Strahlung von Mobilfunk-Antennen selbst und mit grosser Wirkung ändern.

 

Wie stark ist die Strahlung eines Handys?

Die Strahlung eines Handys wird als elektromagnetisches Feld oder als hochfrequente Strahlung, oft auch als Elektrosmog bezeichnet. Gemessen wird entweder die Strahlungdichte in W/m2 oder die Feldstärke in V/m. Allgemeingültige Messungen sind sehr schwierig durchzuführen, da die Sendeleistung eines Handys immer von den aktuellen Empfangsbedingungen abhängt. Die nachfolgenden Angaben sind deshalb als grobe Anhaltspunkte (Grössenordnung) für die Strahlung von Handys unter realen Bedingungen zu verstehen. Unsere Messungen in einer Wohnung mit gutem Handy-Empfang ergaben die folgenden Messwerte:

Distanz vom
Handy
Strahlungsdichte
gemessen in μW / m2
0 m 1)
1'000'000 - 10'000'000
0.5 m
20'000 - 200'000
1 m
4'000 -10'000
1.5 m
300 - 1'500
2 m
200 - 1'000
3 m
200 - 600

 

Vergleichswerte:

  • Die natürliche Strahlung beträgt ca. 0.000001 μW / m2
  • Die Grundstrahlung in einer Wohnung mit gutem Radio / TV und Mobilfunk-Empfang bewegt sich in mehr als 300 m Distanz zu Sendemasten in der Regel im Bereich von 0.01 bis 2 μW / m2.
  • Der Grenzwert in der Schweiz für eine dauernde Exposition (Schlaf- und Wohnbereiche) beträgt für das D-Netz 40'000 μW / m2.
  • Ab 1'000 μW / m2 treten im EEG nachweisbare Veränderungen der Hirnströme auf
  • Die meisten Elektrosmog-Forscher und -Vereinigungen empfehlen die Einhaltung von max. 1 - 10 μW / m2 in Wachbereichen, bzw. < 1 μW / m2 in Schlafbereichen (jeweils als Dauer-Exposition).

Folgende Aussagen lassen sich treffen:

  • Wenn man sich das Handy beim Telefonieren direkt an den Kopf hält, setzt man den Kopf einer Strahlung aus, welche mindestens 1 Million Mal höher ist als die dauernd vorhandene Strahlung in unserer Umgebung.
  • In einem halben Meter Entfernung vom Handy ist die Strahlung immer noch ca. 10'000 Mal grösser als die "normale" Strahlung ohne Handy.
  • Selbst in 3 Meter Distanz von einem Handy beträgt die Strahlung immer noch mindestens das 200-fache der "normalen" Strahlung ohne Handy.

Betrachten wir nun als nächsten Schritt, wann eigentlich ein Handy strahlt, es strahlt nämlich nicht dauernd, aber auch nicht nur während einem Gespräch.

 

Wann strahlt ein Handy?

  • Beim Einschalten und beim Ausschalten (jeweils für ein paar Sekunden mit voller Leistung)
  • Beim Empfangen und beim Senden von SMS oder MMS Mitteilungen (jeweils mit voller Leistung)
  • Beim Aufbau und beim Beenden eines Gesprächs (jeweils mit voller Leistung)
  • Während einem Gespräch. Anfänglich mit voller Leistung, danach wird die Sendeleistung (und damit die Strahlung) den aktuellen Empfangsbedingungen angepasst. Dann entstehen die oben genannten Messwerte
  • Bei Ortswechseln, wenn sich das Handy bei einer anderen Antenne anmeldet (jeweils kurz mit voller Leistung)

Wie gefährlich ist die Strahlung von Handys?

Die exakte medizinische Wirkung von hochfrequenter Strahlung (Strahlung von Handys, WLAN, Bluetooth, Mikrowellen, Radio, TV, usw.) ist umstritten und Gegenstand von wissenschaftlichen Studien. Die Hinweise auf schädigende Wirkungen bereits weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte verdichten sich immer mehr. Beweise sind kurzfristig sehr schwierig zu erbringen, denn letztendlich geht es um Fragen, ob z.B. eine Bestrahlung durch ein paar Minuten Handy-Telefonate pro Tag über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren das Risiko für Krankheiten (z.B. Krebs) signifikant erhöhe. Die Mobilfunkt-Technologie ist noch sehr jung, deshalb können solche Langzeitstudien nicht vorliegen. Jeder Handy-Benutzer ist heute im Prinzip ein Teil eines Langzeitversuchs...

 

Die Gefahr durch Hochfrequenz-Strahlung ernst nehmen

Wer sich unabhängig von der Mobilfunk-Industrie mit den Wirkungen von hochfrequenter Strahlung beschäftigt, rät in aller Regel zu grosser Vorsicht. Die heute gültigen gesetzlichen Grenzwerte stützten sich zudem nachweislich auf falschen Annahmen, so dass diese in absehbarer Zeit in den meisten Ländern reduziert werden.

Wer auf seine Gesundheit achtet, sollte sich unseres Erachtens so wenig wie möglich hochfrequenter Strahlung aussetzen. Vorschläge für konkrete Massnahmen:

  • Nur dann mit dem Handy telephonieren, wenn es unbedingt notwendig ist. Ein Ersatz des Festnetzanschlusses durch ein Handy ist absolut nicht sinnvoll.
  • Das eingeschaltete Handy nicht auf dem Körper tragen, sondern möglichst weit weg davon.
  • Eine Freisprechgarnitur mit Kopfhörer (Head set) benutzen, damit das Handy nicht direkt am Kopf strahlt. Je weiter weg das Handy vom Körper liegt, desto besser. Die Strahlung direkt am Kopf reduziert sich dadurch in der Regel etwa um den Faktor 100.
  • Evtl. eine Freisprechgarnitur mit Bluetooth benutzen. Wenn das Handy dadurch mind. 3 m vom Körper entfernt liegt, reduziert sich die Strahlung auf den Kopf etwa um den Faktor 1'000 und die Strahlung auf den übrigen Körper etwa um den Faktor 10. Es gibt zudem Bluetooth Freisprechgarnituren, welche die Bluetooth Antenne nicht am Kopfhörer befestigt haben, sondern in einem separaten Kästchen zusammen mit Lautstärkeregelung, Rufannahmetaste, usw. Dadurch beeinflusst die Bluetooth-Strahlung nicht primär den Kopf (dafür aber natürlich je nach Lage der Antenne andere Körperteile).
  • Eine externe Antenne benutzen und diese mind. 3 m entfernt aufstellen, sofern keine Abschirmung zwischen Person und Antenne liegt. Es haben allerdings längst nicht alle Handys einen Anschluss für eine externe Antenne.
  • Im Auto höchstens mit einer externer Antenne telephonieren.

Jürg Rohrer

 


1) Den Messwert direkt am Handy (0 m Distanz) mussten wir aus der Literatur entnehmen, da unsere Messgeräte für so hohe Strahlungen nicht geeignet sind.