Skip to Content

Mein persönlicher Beitrag

Die Erweiterung des Bewusstseins ist nur durch das Lösen von Aufgaben möglich, welche dem aktuellen Trainingsstand ange­passt sind. Das Anpacken von «zu schwierigen» Aufgaben führt nicht etwa zu einer Beschleunigung der Entwicklung, sondern im Gegenteil zu einer Verlangsamung, evtl. sogar zum Stillstand oder zu Rückschritten. Dasselbe gilt auch bei zu geringen Anforderun­gen.

Bei praktisch jedem anderen Training leuchtet uns dies sofort ein: Ein Musikschüler, welcher zwischendurch ein für ihn zu schwieri­ges Stück erlernt, wird dadurch nicht schnellere Lern­fortschritte machen als ein anderer Musikschüler, welcher nur dem aktuellen Können angepasste Stücke spielt. Wenn ein guter Klavierspieler nur noch ganz einfache Stücke einhändig spielt, verliert er mit der Zeit seine Fähigkeiten für die zweite Hand: Er macht Rückschritte bzw. verlernt das beidhändige Klavierspiel. Ein Autofahrer, welcher auch mit einem Formel 1 Rennwagen fährt, wird dadurch nicht zu einem besseren Auto­fahrer. Für einen Sportler, welcher auf einer Strecke von 5 km trainiert, bringt die Absolvierung eines Mara­thons von 42 km Länge keine Vorteile für seine 5 km lange Strecke, selbst dann nicht, wenn er den Marathon in einer sehr guten Zeit absolviert hat.

Aus diesen Beispielen erkennt man leicht, dass unabhängig von der trainierten Disziplin Trainingsfortschritte nur möglich sind, wenn das Training dem aktuellen Können gut angepasst ist. Es geht in unserem Leben darum, die Grundrechte des Seins dauernd zu leben. Wir haben früher davon gesprochen, dass man sich die Entwicklung der Menschen als Lektionen vor­stellen könne, welche im Laufe der Zeit erfolgreich absolviert werden sollten. Man darf dies aber keinesfalls mit einer Serie von Tests verwechseln, welche zufällig oder nicht zufällig bestanden werden müssen. Es geht in unserem Leben um das Erlernen der Fähigkeit die bedingungslose Liebe in jeder Situa­tion zu leben bzw. um das virtuose Beherrschen dieser Fähig­keit. Eine Fähigkeit beherrscht man nicht, indem man einmal etwas macht, sondern indem man diese Fähigkeit kontinuier­lich durch entsprechendes Training auf­baut und beibehält.

Wenn ich zum Beispiel für den Zirkus einen Balance-Akt auf einem 10 m über dem Boden gespannten Seil trainiere, so werde ich vermutlich das Seil am Anfang nur 50 cm über dem Boden spannen, eine weiche Matte darunter legen und die Schwierig­keiten kontinuierlich erhöhen. Selbst wenn ich den Balance-Akt zwischendurch einmal auf 10 m Höhe erfolgreich geschafft habe, hilft mir dies wenig: Ich will ja Sicherheit in dieser Tätigkeit erlan­gen und es bei jeder Aufführung, nicht nur ein einziges Mal schaffen. Es geht darum, die Tätigkeit auf 10 m Höhe völlig zu beherrschen. Der schnellste Weg dazu führt durch schrittweises Aufbauen der Schwierigkeiten.

Bei Unter- oder Überforderung mit einer Aufgabe kann sich die ausführende Person nicht weiter entwickeln. Möglicherweise ent­fernt sie sich dadurch sogar zusehends von ihrem Ziel indem sie die Grundrechte des Seins verletzt. Vielleicht ver­hindert sie sogar, dass eine andere Person, für die diese Auf­gabe gut zugeschnitten gewesen wäre, sich an dieser Aufgabe entwickeln konnte. Sie schadet sowohl sich selbst als auch vielen anderen. Sowohl für sich selbst als auch für seine Um­welt ist daher das allerbeste, wenn man sich anhand von ange­passten Aufgaben versucht weiter zu entwickeln.

Diese Aussage ist enorm wichtig. Wenn ich persönlich mithel­fen möchte, die Probleme in der Welt zu lösen, für das Allge­meinwohl zu arbeiten, dann muss ich nicht etwa als eine Art moderner Missionar herumreisen und anderen Personen sagen, was sie tun und lassen sollten. Ich sollte auch nicht andere Menschen ver­suchen zu «entwickeln», damit sie endlich «auch» an ihrem Bewusstsein arbeiten.
Den optimalsten Effekt kann ich erzielen, wenn ich mich per­sönlich im Sinne der Grundrechte des Seins weiterentwickle, wenn ich mit mir selbst in Harmonie komme. Dies ist inte­ressanterweise sowohl für mich persönlich als auch für meine Umwelt das beste! Quasi ein «Egoismus», welcher dem Allge­meinwohl zu gute kommt!

Es ist deshalb auch höchst unsinnig, seine persönliche Entwick­lung von irgendwelchen Bedingungen abhängig zu machen, wie zum Beispiel «sollen die doch zuerst einmal ... danach werde ich dann schon....» usw. Das, was ich persönlich in diese Welt ein­bringen kann, hängt nicht von den anderen, sondern einzig und alleine von mir selbst ab. Mein grösstmöglicher Beitrag besteht aus meiner persönlichen Entwicklung - je weiter ich mich ent­wickle, desto besser für mich und für alle anderen. Diese Entwick­lung muss ich aber auch konkret voll­ziehen, nur daran zu denken bewirkt wenig!

Das grösste Geschenk, dass ich meiner Umwelt, der Mensch­heit als ganzes und insbesondere auch mir selbst geben kann, sind meine persönlichen Fortschritte auf dem Weg zur Harmo­nie mit mir selbst.

Dadurch, und nur dadurch, kann ich meinen maximalen Bei­trag zum Allgemeinwohl leisten.