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Atomare Abrüstung und Atomausstieg

Der Atomwaffensperrvertrag (NTP) und die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sollen verhindern, dass immer mehr Staaten über Atomwaffen verfügen. Gemäss dem NPT dürfen nur die USA, Russland, Frankreich, China und England Atomwaffen besitzen. Alle anderen Länder verzichten auf Atomwaffen und dürfen im Gegenzug Atomenergie für zivile Anwendungen (z.B. in Atomkraftwerken zur Stromerzeugung) nutzen.

Israel, Indien und Pakistan haben den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet und besitzen heute ebenfalls Atomwaffen. Nordkorea hat den Vertrag kurzerhand (und ohne grössere Folgen) gekündigt und atomare Waffen entwickelt.

Man kann den Atomwaffen eine gewisse Abschreckungskraft nicht abstreiten. Dies ist wohl einer der Hauptgründe weshalb nach Ansicht von Experten Dutzende von Staaten heute nach der Atommacht streben. Ein weiterer Grund – insbesondere für Entwicklungsländer – ist das damit verbundene Prestige.

Indirekt hat dies auch mit der zivilen Nutzung von Atomenergie zu tun: Uran muss für den Einsatz in Kernkraftwerken angereichert werden. Wer diese Technologie beherrscht, kann Uran in einem zweiten Schritt mit weiter entwickelter Technik höher anreichern und aus dem erzeugten Material Atombomben bauen (Stichwort nukleare Proliferation).

Ein weiteres Problem liegt bei den Atommächten: Diese hatten sich im Atomsperrvertrag (NTP) zur kompletten Abrüstung der Nuklearwaffen verpflichtet. Weder die USA, Russland, Frankreich, England oder China haben bisher ernsthaft mit der Vernichtung der insgesamt 25’000 atomaren Sprengköpfe begonnen. Im Gegenteil: Allen voran die USA arbeiten fieberhaft an Weiterentwicklungen ihres atomaren Waffenarsenals. Ist es da nicht logisch, dass dies auch andere Staaten dazu ermuntert, ebenfalls Atomwaffen zu entwickeln?

Ein dritter Problembereich liegt beim Verbot von Atomtests. Ein solcher Vertrag wurde vor mehr als 10 Jahren ausgearbeitet, er ist aber nie in Kraft getreten, weil sich sowohl die Amerikaner als auch die Chinesen bis heute weigern, ihn zu ratifizieren.

Seit Jahren spricht man auch von einem Produktionsstopp für spaltbares Material, wie es in Atomsprengsätzen eingesetzt wird. Insbesondere China sperrt sich aber gegen diesbezügliche Verhandlungen.

Parallel zu dieser oben beschriebenen Blockade in der Politik entwickelt sich gemäss IAEA ein immer grösserer werdender Schwarzmarkt für angereichertes Uran und diesbezügliche Technologien. Es darf nicht erstaunen, dass auch Terroristen dabei ihre Finger im Spiel haben bzw. den Besitz von Atomwaffen anstreben.

 

Schlussfolgerungen


Nukleare Abrüstung muss wieder ein Thema werden und ernsthaft vorangetrieben werden.
Insbesondere die USA und China sollte dazu gebracht werden, dass sie ihre Blockade der verschiedenen Verhandlungen bzw. der Verträge beenden und aktiv mitarbeiten.

Aber auch die Förderung der Atomkraft für zivile Nutzung fördert letztendlich die Verbreitung von Atomwaffen. Es ist absolut unverantwortlich zu glauben, zivile und militärische Nutzung von Nukleartechnologie liessen sich sauber trennen! Politiker und Organisationen, welche heute z.B. Strom aus Atomkraftwerken als Mittel gegen den Klimawandel propagieren, tragen mit ihrer Ignoranz der nuklearen Proliferation eine grosse Verantwortung für die gegenwärtige Situation. Zum einen ist die Atomenergie zur Reduktion des CO2-Ausstosses nur sehr beschränkt geeignet. Zum anderen stehen längst viel weniger risikoreiche Technologien als Alternativen zur Verfügung.

Dieser Text wurde inspiriert durch einen Artikel im Tages-Anzeiger vom 23.11.07, Seite 7, "Der leichte Griff nach der Bombe".

ΞAtomkraft